What will remain of the campus university when teaching, research and administration are finally fully digitized?
Donnerstag, 2. März 2023
Dreimal Vitamin C für die Hochschulen: ein notwendiger Schock und ein Impuls für die Zukunft
Three C's and their vitamin shock for Universities
The importance of the last five years for the digitization of Universities cannot be overestimated. More has happened fundamentally in these five years than in the 30 years before, and the reason for this lies in the three "Cs": Cloud, Covid and ChatGPT. Together, these words represent 3 vitamin shocks and will massively change the way universities approach their digitization.
The first "C" is the cloud. As I've written elsewhere, the availability of Amazon Web Services, Microsoft 365 or Google for Education is a fundamental way to get rid of your own data center. However, this is at the cost of a Babylonian captivity to the cloud provider, who, exploiting the lock-in effect, can drive a pricing policy that brings universities to the edge of their own funding possibilities as the level of digitization increases. But in the best of all worlds, there is always the latest software, worldwide accessibility of the platform and a 24/7 helpdesk.The second "C" in 2020 was the shock of the Covid19 epidemic. At breakneck speed, universities flexibilized face-to-face teaching, introduced flipped classroom concepts, and enabled distance exams. Instructors recorded thousands of instructional videos, which were so well received that even after the pandemic ended, students do not want to give up hybrid teaching and the options they had once learned about. Back to large and crowded lecture halls with solo entertainers at the chalkboard? Not with our students! Similarly, the impact on the work modes of administration and academics. Home office for administrative staff: an absolute rarity in 2019, quite common since 2021. Work meetings, even scientific conferences take place via Zoom.
The third "C" in 2023 is the worldwide availability of generative artificial intelligence (example ChatGPT), whether for the creation of texts, images, or software. In addition to the de facto death blow for the essay assignments, generative AI also enables a leap in productivity, be it through easier writing of scientific texts, simplified summarizing of sources, better translations or better graphics. When Richard Socher was asked at DLD23 about GAI's current failures (hallucinations) in properly linking sources, he succinctly said, "Give us a few more weeks" (addendum: LLaMa, GPT4).
For me, the essential commonality of all three vitamin C shocks is that they happened past the traditional university data center. The old servers are no longer needed. What we do need, however, is a university-wide digitization strategy, knowledgeable staff for local support, and a training campaign for using the new services. Are our universities properly positioned for this in terms of personnel and funding?
Translated with DeepL
Montag, 27. Dezember 2021
Nächste Ausfahrt: Digitalisierungsstrategie
Wie ich in einem früheren Post schon geschrieben habe, scheint mir die Verkürzung von "Digitalisierung der Universität" auf "Digitalisierung der Lehre" zu kurz gesprungen. Und dazu muss man nicht auf das Humboldtsche Ideal zurückgreifen, sondern sich schlicht und einfach anschauen, womit sich die Mitglieder einer Universität die meiste Zeit beschäftigen -- an vielen Universitäten ist es die Forschung.
Sicher, die Professorinnen gehen (in Vor-Corona-Zeiten) mindestens einmal am Tag in den Hörsaal, die Mitarbeiterinnen bereiten Folien vor und betreuen Seminararbeiten, und das Sekretariat verkauft Skripten und nimmt Anträge auf Auslandsanerkennungen entgegen. Diese Tätigkeiten ändern sich nicht, von Semester zu Semester, von Tag zu Tag ein ähnlicher Ablauf. Hunderte solcher Vorgänge in einem Monat in einem Lehrstuhl, Tausende in einer Fakultät, Hunderttausende in einer Universität. Man könnte also auf die Idee kommen, dass diese (repetitiven) Tätigkeiten der Grund für die Existenz der Universität sind -- und könnte nicht falscher liegen.
Denn eigentlich treibt die Forscherinnen und Forscher die Suche nach dem Kreativen, dem Innovativen, der Erkenntnis. Die nächste Entdeckung, das Laborergebnis, die wissenschaftliche Diskussion, die Publikation ist das Mittel, mit dem man weiterkommt.
Wenn wir Digitalisierung nur als Mittel der effizienteren Durchführung des Bestehenden verstehen: wenn wir eigene Präsenzvorlesungen mit digitalen Videos ergänzen, Forschungsdaten statt auf eigenen Servern in einer nationalen Cloud speichern, MBA-Kurse global in englischer Sprache anbieten -- wo ist da die Strategie? Es ist eine digitale Erweiterung des Gleichen, ein Schritt in eine internationale Arena, deren Spielregeln wir verstehen müssen, bevor wir es sinnvoll nutzen können.
Durch die Digitalisierung ändert sich vieles -- auch für die Hochschulstrategie. Universitäten mit exzellenter, öffentlichkeitswirksamer Grundlagenforschung können Aus- und Weiterbildung in diesen Bereichen monetarisieren. Universitäten mit einem beeindruckenden Campus schaffen ein Zusammengehörigkeitsgefühl, welches Alumni noch nach Jahrzehnten inspiriert. Viele Forschungsergebnisse und Lehrinhalte transportieren sich über das Internet -- je nachdem, ob sich eine Hochschule als Sender oder Empfänger dieser Inhalte transportiert, muss sich die eigene Strategie anpassen.
Man kann viel Geld für die Digitalisierung der Universitäten ausgeben; aber es sollte strategisch an der richtigen Stelle ausgegeben werden. Ich bezweifle, dass dieses Geld in der digitalen Lehre gut aufgehoben ist.
Dienstag, 23. Oktober 2018
Die post-digitale Universität
Es beginnt bei einem Istzustand, von dem aus man bewegt, verändert oder digitalisiert, und endet hoffentlich bei einem erwünschten Sollzustand. Man bewegt sich -- von Zuhause zur Arbeit, von A nach B, von einer alten Position weg. Man verändert etwas -- die Möbel vom Wand zum Fenster, die eigene Haltung zum Sport, die Inhalte einer alten Vorlesung. (Man digitalisiert -- sich? etwas?)
Wir digitalisieren eine Universität.
Es gibt (oder gab) also einen nicht-digitalen Ist-Zustand, der als alt, unflexibel, aufwändig, nicht effizient und nicht effektiv angesehen wird. Digitalisierung ist der Prozess, der uns von diesem Zustand wegführt. Manchmal in gerader Linie, sehr häufig schlängelnd, vor und zurück, insgesamt aber nach vorne, in die Zukunft. Irgendwann (?) erreichen wir den zu Anfang gewünschten Zustand -- digital diejenigen Prozesse, die wir wollen; nicht digital, vieles andere (z.B. Lehre mit echten Menschen auf einem echten Campus).
Und dann?
Nehmen wir einmal an, wir haben alles. Forschungsdatenmanagement als Rückgrat für unsere Forscherinnen und Forscher: von elektronischen Laborbüchern über Datenrepositorien zu Open Access Journalen. Digitale Lehre in ganzer Schönheit: Flipped Classroom, MOOCs, Learning Analytics, funktionierendes Campus Management. Was werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, was die Dozentinnen und Dozenten damit anfangen? Wird alles anders?
Wer forscht, möchte eigentlich in Ruhe gelassen werden und sich darauf konzentrieren. Im Humboldtschen Sinne möchte man gleichzeitig in der Lehre mit Studierenden diskutieren, sie einladen in seine eigene Wissenschaftswelt und sie dadurch teilhaben lassen. Ihre Kreativität und Neugier soll die eigene Leidenschaft befruchten, ein Funke soll überspringen und die nächste Generation an die Wissenschaft heranführen. So macht Wissenschaft in Forschung und Lehre Spaß.
Das galt vor der Digitalisierung und nach der Digitalisierung immer noch. Informationstechnologie (Tools, Apps) ist kein Selbstzweck und wird dort am besten angenommen, wo sie im Hintergrund, ruhig und störungsfrei läuft. Manchmal vergessen wir das und schauen zu sehr auf die Technologie -- derzeitiger Hype: die Einbindung von Blockchain. Die post-digitale Universität wird sich dadurch auszeichnen, dass sie als Plattform, Backbone, Infrastruktur funktioniert, so wie Strom und Telefon.
Das heißt aber auch, dass wir jetzt anfangen müssen, Strategien für die post-digitale Universität zu entwickeln, die Technologien als gegeben, präsent und verfügbar annimmt. Und sich dann überlegt: wie soll meine Universität im Jahr 2030 aussehen?